Liebes Risiko

Wer zum ersten Mal liebt, kennt es nur als Vorahnung. Wer zum zweiten Mal liebt, kennt es als Befürchtung. Wer zum dritten Mal liebt, kennt es als Angst. Wer den Fehler macht, kennt es als Gewissheit: Liebe ist ein Risiko und der Schwerpunkt scheint mehr auf der negativen Seite zu liegen.

Warum ist Liebe eine Risiko?

Kurz gesagt: Alles im Leben ist ein Risiko. Atmen an sich ist ein Risiko. Und wo zwei unterschiedliche Menschen versuchen gemeinsam etwas aufzubauen, sind Risiken vorprogrammiert. Wenn zwei Teile mit ihren eigenen Ecken und Kanten versuchen, zueinander zu passen, sich ineinander zu fügen, dann ergeben sich hier und da Reibungen. An jenen Stellen kann etwas abbrechen, aber es können gemeinsam auch Lücken geschlossen werden, wo einst welche waren.

Wer mit der Gewissheit durchs Leben läuft, dass dieser Prozess sowieso misslingt, sollte sich bewusst sein, dass es ohne dieses Risiko in der Liebe nun mal nicht geht. Man selbst ist zu kompliziert dafür und der Partner ebenfalls. Wie viel versteht man schon von sich selbst? Wenn man hier vielleicht großzügig 90% sagt, ist immer noch genug Sprengstoff im Hinterzimmer, was die Liebe zum Einsturz bringen kann. Dass das passiert, ist allerdings keine Gewissheit.

Ich denke inzwischen, es ist größtenteils etwas, das man weder selbst, noch der Partner kontrollieren oder beeinflussen kann.

Übermenschlich

Wenn wir uns einfach mal ins Gedächtnis rufen, wie viel in einem einzigen Moment entscheidend sein kann, dann stellen wir fest, wie wenig wir davon eigentlich selbst in der Hand haben. Klar, das ist nicht immer so und wir sind oft äußerst entscheidend mit unseren Taten, aber dieses Unterbewusste, das wir eben nicht kontrollieren und steuern können, macht ebenfalls immer sehr große Unterschiede. Was letztendlich zählt, ist das Große und Ganze:

  • Stimmt die gemeinsame Richtung ungefähr?
  • Ist man etwa auf dem gleichen Nenner?
  • Findet man sich selbst wieder, wenn man zusammen ist?
  • Gleicht man sich gegenseitig aus?
  • Zieht man am gleichen Strang?
  • Investieren beide ähnlich viel Energie füreinander?

Ich denke auf diese Fragen muss es kein klares „Ja“ in einer guten Beziehung geben. Ein „Ja schon“ genügt bereits. Ein „Ja, aber…“ kann dann schon bedenklich werden. Ich denke, man sollte sich hüten zu kritisch mit sich selbst und dem Partner zu sein. Fehler gibt es immer. Was man jedoch tun sollte ist, in sich hinein blicken und schauen, ob dieser Funke noch da ist, der einst mal war.

Ist dieser nicht mehr am Glühen, scheint die Energie entschwunden zu sein. Sie allein wiederzufinden, ist ein dunkler Pfad mit wenig Erfolgschance, denn eigentlich sollte dann das Licht des Partners die hilfreiche Lampe dafür sein. Brennt auch dieses Feuer nicht, hat das Risiko in der Liebe wahrscheinlich mal wieder die Schattenseite gezeigt. Doch wie viele Möglichkeiten gibt es für Licht in dieser Situation? Wenn man bedenkt, sehr viele, denn jedes Risiko trägt auch eine Chance und diese zu ergreifen ist keinesfalls ein Fehler… nie!

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