Das Auto: Wegwerf Beziehung oder ewige Liebe?

Sowohl bei Mann als auch bei Frau habe ich es schon erlebt: Der Aufbau einer Beziehung mit dem Auto. Damit meine ich nicht das Schmusen mit der Motorhaube, sondern den platonischen Teil. Von diesem Punkt aus möchte ich ein bisschen das Thema anschneiden, wie wir heutzutage mit unseren materiellen Gegenständen am Beispiel von Autos umgehen.

Die Beziehung zum Auto

Klingt komisch, ist aber so. Manche Menschen geben ihren Autos auch Namen und fahren mit ihnen, einem Ritual gleichend, zur Waschanlage für die regelmäßige Pflege des Lacks und das Reinhalten der Armaturen im Innenbereich. Der Autoliebhaber investiert dafür gerne auch reichlich Euros in entsprechenden Lackschutz, Felgenreiniger und Politur.

Zwar stehen bei Mercedes unzählige Fahrzeuge ungenutzt und unverkauft im Außenbereich der Fabriken, wer jedoch einen erwirbt, hat meist ziemlich lange etwas davon. Deshalb nennt man die Wagen häufiger auch Kilometer Millionäre. Dem meist nicht allzu kleinen Preis steht also immerhin eine ziemlich sichere Langlebigkeit gegenüber. Heutzutage bauen wir in diesem Bereich jedoch kaum noch intensive Beziehungen mit Fahrzeugen wie diesen auf, weil sie bereits nach 1-5 Jahren wieder gegen ein anderes, besseres, neueres Fahrzeug getauscht werden. Eigentlich schade oder?

Reparieren statt wegwerfen

Die fiktive Auto BeziehungNeben Käufern von Neu- und Leasing-Wagen im Hochpreis-Segment, gibt es auch die Schrauber und Bastler, welche gerade gebrauchte Autos der Mittel- oder Niedrigpreis-Klasse kaufen. Diese werden dann Stück für Stück aufgewertet und insbesondere optisch verschönert. Die Autoliebhaber knüpfen einen engen Bund und bereits der kleinste Kratzer an der Felge beim Einparken tut weh. Mit den Jahren wird schließlich alles unternommen, um das Auto noch durch die Kontrolle beim TÜV zu bringen.

Es gibt also schon irgendwo zwei grundlegend unterschiedliche Typen von Autoliebhabern. Die einen haben gerne ein schönes Auto, die anderen wollen sich gerne selbst ein schönes Auto zaubern. Deutlich häufiger wird hierzulande ein gebrauchtes Auto gekauft, anstatt ein brandneuer Wagen für meist (zu) hohe Preise. Der steigende Anteil an Leasingfahrzeugen und allgemein der Anteil an Miet- und Pachtgütern, weist eher darauf hin, dass wir weniger langfristig denken oder denken können.

Demzufolge leidet auch die Wertschätzung oder die Beziehung zu den wertvollen Gegenständen, die unser Leben eigentlich stark beeinflussen. Wegwerfprodukte sind ein weiterer Einfluss, der mit steigender Tendenz in Absurdität driftet. Mir sind die Menschen, die ihren Autos noch Namen geben eigentlich lieber…

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